Informationen zum Thema Schmerz und Schmerztherapie copyright
PARÄSTHESIE
Parästhesien,
Sensibilitätsstörung
(Viele weitere Schmerzthemen unten auf dieser Seite)
Parästhesien stellen eine Sensibilitätsstörung (= Störung der Empfindlichkeit) dar.
Eine Parästhesie ist eine Fehlempfindung, im eigentlichen Sinne betrifft diese aber den Hautsinn in Form von Kribbeln, Pelzigkeitsgefühl oder Ameisenlaufen. Wenn diese Mißempfindungen als schmerzhaft empfunden werden, dann spricht man von einer Dysäs thesie.
Weitere Formen einer Sensibilitätsstörung:
Pallhypästhesie oder Pallanästhesie (herabgesetztes oder aufgehobenes Vibrationsempfinden, kommt insbes. bei der Polyneuropathie vor)
Parästhesien kennzeichnen das
Anfangsstadium einer
Polyneuropathie.
Dabei handelt es sich um eine Krankheit des sog.
peripheren (= außerhalb von Hirn und Rückenmark)
Nervensystems und betrifft sowohl sensible (= der Empfindung
dienende) als auch motorische (= die
Muskeltätigkeit regelnde) Ner ven. Die ersten Symptome (=
Krankheitszeichen) sind Parästhesie
n wie Kribbeln, Brennen
oder unangenehme Temperaturempfindungen. Im weiteren Verlauf treten
Sensibilitätsstörung
en
(Hypästhesien, Pallhyp- bis
Pallanästhesien) und
Schmerzen (Dysästhesien) (hpts.
Füße,
Unterschenkel,
Hände) hinzu.
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Parästhesien kennzeichnen auch den sog. neuropat hischen Schmerz. Meist sind diese Mißempfindungen (zumindest im weiteren Krankheitsverlauf) aber schmerzhaft, so daß dann wieder der Begriff "Dysäs thesie" eher angebracht wäre.
Ein neuropathischer Schmerz betrifft sowohl das zent rale (= Gehirn und Rückenmark betreffende) als auch das periphere (= nicht im Gehirn oder Rückenmark befindliche) Nervensystem. Bei dieser Schmerzart ist das schmerzleitende System selbst gestört oder geschädigt, es liegt sozusagen ein „Ner veneigenschmerz“ vor.
Neuropathische Schmerzen können verschiedene Ursachen haben:
Mechanisch schädigende Einwirkungen (Traumen) auf den Nerv.
Metabol ische (= stoffwechselbedingte) Störungen oder Schädigungen von efferenten (= vom Zentrum zur Oberfläche leitende) Ner ven.
Nervenschädigung oder Nervenstörung infolge einer Virusinfektion
Zent rale (= das Rückenmark / Gehirn betreffende) Störungen oder Schädigungen.
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Auch Kompressionssyndrome beginnen mit einer Sensibilitätsstörung in Form der Parästhesie, im weiteren Verlauf entsteht dann meist aber eine Dysäs thesie.
Unter dem Begriff "Kompressionssyndrom" versteht man Krankheitszeichen, Krankheitsmuster, die durch einen unnatürlichen, mechanischen Druck, durch zu starke Einengung entstanden sind. Sie entstehen durch lokale mechanische Schädigung von Ner ven, bevorzugt an Stellen, an denen ein anatomischer Engpaß (Engpaß-Syndrom) besteht, oder wo der Nerv ungeschützt direkt am Knochen verläuft (Roche).
Zu den einzelnen Kompressionssynd romen:
Beim Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um ein Nervenkompressionssyndrom (Neuropathie) des N. medianus infolge einer mechanischen Reizung im Canalis carpi (= Handwurzelkanal) unter dem Ligamentum carpi transversum (= ein Halteband, das den Handwurzelkanal bedeckt).
Häufige Ursachen: Knochenbrüche mit deformierender Heilung (Radiusfraktur
(= Speichenbruch), perilunäre Luxation (= "Verrenkung" im Bereich eines Handwurzelknochens)), Steigerung des Druckes im Tunnel, z.B. infolge einer Tendosynovitis (= Sehnenscheidenentzündung), Ödembildung (= Ansammlung von Gewebsflüssigkeit), Metabolitenablagerung (= Ablagerung von Stoffwechselprodukten) oder auch (selten) Bindegewebswucherung.Zur Gruppe der
Kompressions-Syndrome
gehört auch das
Sulcus
ulnaris-Syndrom. Damit wird der Zustand
nach einer Schädigung des Nervus ulnaris im Bereich des Su lcus
nervi ulnaris (=
eine Rinne am hinteren, inneren
Ellenbogen) bezeichnet.
Die Krankheitszeichen sind wie beim
Kubitaltunnel-Syndrom
(= eine durch Einengung entstandene Störung im selben Bereich): örtliche Druckempfindlichkeit, Verminderung der groben Kraft der
Hand, Muskelatrophie (Mm. interossei)
(= Muskelgewebsschwund),
chronische
Unterarmschmerzen, manchmal mit Ausstrahlung in den
Oberarm sowie
Sensibilitätsstörung in Form von
Parästhesien bis hin zu Dysäs thesien
(= Fehl- und Mißempfindungen).
Ursächlich kommen reaktive (= in Beantwortung eines körperlichen oder seelischen Reizes)
Veränderungen knöcherner Strukturen nach Fraktur (=
Knochenbruch) im El lbogenbereich, aber auch solche Veränderungen ohne Fraktur in Frage sowie beruflich bedingte Mikrotraumata
(= sehr geringfügige Verletzung des Skelettsystems)
usw.
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Behandlung erfahren Sie
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Beim
Supinatortunnelsyndrom
liegt eine Kompression (= Einengung)
des Ramus profundus (= tief
verlaufender Nervenast) im
Supinatortunnel, dem Spaltraum zwischen oberflächlicher und tiefer Schicht des Musculus supinator
und zwar durch Tunneleinengung durch den Mus
kel supinator vor.
Mögliche Ursachen: En
tzündungen, bei Ulna- oder Radiusfraktur (=
Ellen- oder Speichenbruch) oder infolge Mikrotraumatisierung
(= kleinster Verletzungen)
durch häufige Pro- u. Supination (= aus-
und einwärtsdrehen der
Hand) (z.B. bei Klavier-,
Tennisspielern).
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Behandlung erfahren Sie
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Ebenfalls zur Gruppe der Kompressionssynd rome gehört die
Cheiralgia paraesthetica, teilweise auch
Chiralgia paraesthetica
genannt. Sie äußert sich in Schmerz en und Parästhesie
n (= Mißempfindungen) an der
lateralen (= äußeren)
Daumen
seite und am daumenseitigen
Handrücken, bedingt durch Kompression des
Nervus digitalis dorsalis. Es handelt sich also um ein
Engpaß-Syndrom, meist
infolge einer mechanischer Irritation des Nervs z.B. durch ein (zu enges)
Uhrarmband.
Da der Nervus digitalis dorsalis dem Nervus radialis entstammt, kann die Diagnose
(= Erkrankung) durch eine Blockade (Betäubung) des N.
radialis nahe am
Handgelenk gesichert werden.
Zur Therapie werden dann im Rahmen der
therapeutischen
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika)
wiederholte Blockaden (Betäubungen) mit einem
langwirkenden
Lokalanästhetikum
(=
örtliches
Betäubungsmittel) durchgeführt, in (seltenen) hartnäckigen Fällen
kontinuierlich mit Katheter.
Die
Meralgia paraesthetica ist eine isolierte
Neuritis
(=
Nervenentzündung) des Nervus cutaneus
femoris lateralis und äußert sich in
brennende
n Schmerzen und
Sensibilitätsstörung
en Form von Parästhesie
n an der
Oberschenkel
außenseite sowie Druckschmerz einwärts vom vorderen oberen
Darmbeinstachel.
Ursachen: mechanisch (bedingt durch Druck unter dem
Leistenband oder auch Druck- oder Zugeffekte im Nervenverlauf, v.a. am
Austrittsort aus dem
Becken), toxisch (=
durch Gifteinwirkung verursacht) z.B. bei
Alkoholismus oder infektiös (=
durch Ansteckung verursacht) z.B. bei
Syphilis.
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Behandlung erfahren Sie hier.
(Hinteres)
Tarsaltunnelsyndrom
Dorsal
(= hinter) und kaudal (=
unterhalb) des Fußinnenknöchels
verläuft der Nerv tibialis posterior in einem Kanal (Tarsa ltunnel),
bedeckt vom Retinaculum musculorum flexorum (=
ein Halteband). Ein
örtlicher Kompressionsschaden des Nervs führt zum (hinteren)
Tarsaltunnel-Syndrom.
Neben Schmerz en und Parästhesie n
(=
Mißempfindungen) im
Bereich der (eher hinteren)
Fußsohle, vor allem beim Gehen und nachts, kommt es
im weiteren Verlauf auch zu sensiblen (=
die Empfindung betreffende)
und motorischen (= die
Muskeltätigkeit betreffende) Ausfällen.
In typischer Weise besteht ein Druckschmerz hinter dem Malleolus (=
Fußknöchel).
Beim vorderen
Tarsaltunnel-Syndrom handelt
es sich um ein
Kompressionssyndrom
(=
durch Druck, Einengung entstandene Krankheitszeichen)
des Nervus peroneus profundus. Dieser Nerv zieht unter dem Mus kel
extensor
digitorum longus in die Tiefe des Streckerfaches und gelangt am oberen Sprunggelen k auf den
Fußrücken und wird hier vom Ligamentum cruciatum (=
Kreuzband am Fu ßrücken) bedeckt.
Eine Kompression
(= Druck, Einengung) in
diesem Bereich (z.B. durch enges Schuhwerk) führt zu Schmerz en am Fu ßrücken
und
Sensibilitätsstörung
en in
Form von
Parästhesie n
aber auch Dysäs
thesien.
In typischer Weise verstärkt sich der Schmerz bei Druck auf das Ligamentum.
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Aktualisiert:
k u 27.12.05
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